Verunsicherung durch Nitrat in Böden und Gewässern

Im Ausschuss Umwelt, Stadtentwicklung und Bau am 08.08.2017 wurde ein Antrag der Grünen Fraktion diskutiert. Der Nitratgehalt im Boden und in Gewässern sollte gemessen und veröffentlicht werden.

Nitrat ist ein Pflanzennährstoff, der auch ohne zusätzliche Zufuhr in den Böden vorkommt. Ohne diesen gäbe es keine oder unzureichende Pflanzenversorgung. Trotzdem sind Nitrate nicht völlig unbedenklich, müssen also beobachtet werden. Das ist sinnvoll und richtig und wird deshalb auch von verschiedensten niedersächsischen Instituten erhoben, fortgeschrieben und in Karten eingepflegt, die der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Nitrate und die Umwandlung in Nitrit sind ein komplexes Thema. Wieder einmal zeigte sich, dass ein reißerisches Thema, einmal in der Zeitung gebracht, Menschen in Unsicherheit und Angst versetzt. Aber es lohnt sich mit dem Thema zu beschäftigen. Dazu taugt keine Zeitung sondern vielmehr wissenschaftliche Abhandlungen oder auch mal bei der nächsten Radtour einen Landwirt ansprechen. Ausgebildete Landwirte der Moderne kommen in der Ausbildung um diese hochkomplexen Themen nicht herum. Sie können dort direkt mit Boden in der Hand Wissen erspüren. Nur Mut!

Nitratstichproben sind nicht aussagekräftig und Labortests kostspielig. Das Ergebnis ist von einer Fülle äußerer Faktoren abhängig – der gut gemeinte Antrag nützt Burgdorf vorerst wenig, außer, dass er viel Geld kosten und verunsichern würde. Das wollen wir nicht.

Nitrat wird im Übrigen in verschiedenen Gemüseprodukten stärker angereichert. Dazu zählen Spinat, Kohlsorten, Rübensorten, Salat und Rote Beete. Ausgerechnet die Produkte, die sehr häufig in der norddeutschen Kulturlandschaft angebaut werden. Wenig nitratangereicherte Gemüse, wie z.B. Paprika wachsen leider nicht in unseren Breiten. Was also will man erreichen?
Gemüsesorten mit wenig Nitrat zwingen hier zu wachsen? Zurückkehren zum mittelalterlichen Ackerbau und Viehzucht? Das klingt sehr romantisch und fände sicherlich auch Anhänger, doch sehe die Ernährungssituation in urbanen Ballungszentren recht schnell schmal aus.

Nitrat wird meist durch den Verzehr von Gewächshausprodukten aufgenommen, diese Ware befindet sich zu Hauf in unseren Lebensmitteldiscountern. Befassen Sie sich gern mit dem Thema, aber ruhig und gelassen. Informieren Sie sich, welche Gemüseprodukte belastet sein könnten. Wägen Sie ab, wie Sie Ihren Speiseplan optimieren können. Denken Sie daran, dass Sie als Gartenbesitzer auch einen Beitrag leisten können. Verzichten Sie auf Düngegaben.
Der Antrag wurde in Mehrheit abgelehnt. Wir von der AfD-Fraktion stehen für Umweltschutz, aber ohne reißerische Panikmache. Erhalten einer intakten Umwelt ist ein Muss, verbessern, was in unserer Macht liegt, akzeptieren, dass wir – in geologischen Zeitaltern – betrachtet, bis jetzt eine noch nicht sehr erfolgreiche Spezies gewesen sind und nicht wir die Erde retten werden, sondern die Erde so gnädig ist, uns noch einige Zeit zu ertragen.

Ihre Christiane Wichmann

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