Kirche und Politik

      Keine Kommentare zu Kirche und Politik

Wir geben Auskunft über einen bereits vergangen Termin, der am Dienstag, 07.Februar 2017 in der Presse unter der Überschrift

„ Ratspolitiker erklären sich öffentlich“ erschienen ist. (HAZ, Burgdorfer Anzeiger,  Seite 1).

Wir wurden aufmerksam gemacht von unserem Ratsältesten, der sich telefonisch vergewissern wollte, ob wir eingeladen worden seien, oder wüßten, ob die Kollegen der Fraktion Die Linke geladen wurden. Wir mussten dies verneinen, mit dem Hinweis, dass wir keine Kenntnis besitzen, ob Die Fraktion Die Linke geladen ist.

Mit Sorge bemerkten wir, dass sich unserer Ratsältester über diesen Affront sehr erregte und uns auch mitteilte, dass er dies der Presse unverzüglich gedächte mitzuteilen. Nach seiner Auffassung gehörten zu so einer Überschrift eben alle Ratsfraktionen. Diese Auffassung kann man durchaus teilen.

Trotzdem galt es mir, unseren Ratsältesten vorerst zu beruhigen und zu raten, das Gespräch zu suchen. Dies tat ich ebenfalls. So habe ich die Sorge über die emotionale Aufruhr unseres  ältesten Ratsherren unserem Bürgermeister vorgetragen, damit er sich bemühe, mildernd auf seinen Parteifreund einzuwirken. Dabei war es uns wichtig, zu betonen, dass uns das Wohlbefinden dieses Ratskollegen wichtiger ist als eine Unfairness anzuprangern.

In Folge suchte ich am selbigen Tag das Gespräch im Pfarrbüro mit unserem Pfarrer der Kirchengemeinde St. Nikolaus. In diesem konstruktiven, guten Gespräch habe ich auf die Problematik hingewiesen, dass unter einer Unterschrift wie in der HAZ geführt suggeriert würde, alle Fraktionen sind zum Dialog eingeladen, was aber faktisch nicht geschehen sei. Und diese Tatsache hat Kritik ausgelöst. Nun hat sich unser Herr Pfarrer berechtigterweise heraus genommen, indem er mitteilte, geladen hat nicht er, sondern die Kolpingfamilie. Dies ist korrekt. Da er jedoch als Hausherr fungiert, ist sicherlich die Anregung erlaubt, dass er Kenntnis hat, was in seinem Hause vor sich geht.

Wir haben eingewendet, dass wir den Verdacht haben, dass man schlicht und ergreifend die AfD nicht einladen wollte. Der Gewissenkonflikt, zwischen Lügen und sich als Ausgrenzer zu outen aber auch nicht antun wollte. Völlig verständlich, weil das ja das wahre Gesicht offenbart.

Fazit: Die Kolpingfamilie lädt einfach die „Gruppen“ ein und wähnt sich geschickt. Hat man doch die AfD umgangen. Ja, uns hätte man das gerne einfach direkt sagen können, wir gehen sachlich damit um. Wir haben in diesem Fall jedoch angeprangert, dass man mit diesem Spiel nicht nur uns ausgegrenzt hat, sondern auch die Kollegen der Fraktion Die Linke. Auch diese Kollegen sind demokratisch gewählte Mitglieder des Rates. Auch deren Ansätze, Ideen und Werte haben Wähler in Burgdorf bewusst gewählt. Auch diese Menschen hat man mit Wissen und Wollen ausgegrenzt. Dies ist ein Skandal und wird von uns entsprechend verurteilt.

Auch mit den Verantwortlichen der Kolpingfamilie haben wir ein Gespräch führen können. Auch dies verlief sachlich, ohne Anfeindungen und Vorwürfen. Man zeigte sich betroffen. Die AfD hat sich dafür eingesetzt, dass man wenigstens den Anstand aufbringen soll, die Kollegen der Fraktion Die Linke zu laden und man sich bitte einmal vorstellen möge, wie es sich für sie anfühlen würde, wenn wir jetzt bei so einer Ausgrenzung Demonstrationsaufzüge vor der Kirche machen würden, wie es gerne von der politischen Gegenseite veranstaltet würde. Nein! Wir haben einen guten Abend gewünscht und einen erfolgreichen, weil wir andere Auffassungen als Bereicherungen und Gespräche als wichtig sehen und den sachlichen Austausch unterstützen.

Ich habe mich außerdem persönlich zu den Ratskollegen von der Fraktion Die Linke begeben, und meine Vermutung zu der kirchlichen Entgleisung kundgetan. Auch, dass ich vermute, dass Die Linke  wegen uns nicht geladen wurde. Diese Ungerechtigkeit, die schuldlos auf Dritte übertragen wird, ist von mir zutiefst bedauert worden und ich habe mich für das ungebührliche Verhalten von Seiten der Kirche/Kolpingfamilie entschuldigt. Leider wurden die Kollegen nicht nachträglich eingeladen.

Natürlich warten wir vergeblich auf eine Rüge der Haz-Journalisten. Ich bin überzeugt, unser Ratsältester meinte sein Ansinnen ernst. Warum hat man mal wieder nicht über derartige Missstände berichtet? Weil es schlicht und ergreifend unerwünscht ist, dass die Leser auf undemokratische Entwicklungsprozesse aufmerksam gemacht werden.

Wir treten ein für den säkularen Staat. Das ist ein hohes Gut, ohne die Bedeutung von Geistlichkeiten herabzuwürdigen. Beides gilt es zu wahren und zu achten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*